Ton autre chemin

„Dein anderer Weg“
Text und Musik: Jean Jacques Goldman

ein episches Stück Musik, „progressive pop“ habe ich es in meinem alten Blog mal genannt, und ein magischer, trauriger Text…

So lange ich mich erinnern kann:
Bruchstücke aus der Kindheit, kurze Szenen,
Deine Stimme, dein Gesicht, deine Hand in meiner,
Und wir beide auf dem gleichen Weg.

Wir waren nie besonders gesprächig,
Ein bisschen seltsam, ein bisschen eigen.
Ich mochte dein Schweigen, und du mochtest meins.
Stumm verstanden wir uns am besten.

Du warst irgendwie anders,
und auch ich war nicht wie sie,
Ein bisschen abschätzig angesichts ihrer Kinderspiele.
Wir weinten Auge in Auge.

Ich hab deine ersten Gedichte erhalten.
Es war wie wenn man die Worte sanft wiegt.
Unser Lachen war echtes Lachen, unser Schmerz echter Schmerz,
Jeder berührte den anderen im Echo.

Ich hab dir meine ersten Noten vorgespielt.
Du hörtest zu, mit halb geschlossenen Augen.
Die Musik war simpel, ungelenk,
ein bisschen schief, ein bisschen albern.
Aber ich hörte nur dein „Bravo!“,
Während ich mich vor dem Klavier verbeugte.

Später haben wir uns aus den Augen verloren.
Ich fand dich ein bisschen zu streng,
Ein bisschen zu ernsthaft, zu verschlossen.
Ich hingegen brauchte die Musik, das Licht,
Und auch mal das Seichte.
Und ich brauchte die anderen.
Deine Freundschaft war fordernd, allumfassend, exklusiv.
Und plötzlich warst du einfach nicht mehr da,
Immer öfter, immer länger.
Deine Mutter sagte uns, du seist in die Ferien gefahren.
Sie hat nicht gelogen, wenn ich heute darüber nachdenke:
Ferien vom Leben, Ferien vom Glücklichsein.
Und dann die Wahrheit: die, die man vermutet,
Die man verschweigt, die man sich nur zuflüstert,
Die einem unangenehm ist, der man ausweichen will:
Dein anderer Weg,
Dein anderer Weg…

Erzähl mir von den Stimmen, von den Bedürfnissen, die dich leiten.
Erzähl mir von den Winden, den Strömungen, die dich mit sich nehmen,
Die fixen Ideen, all das, was dich so festnagelt,
Auf welche Irrfahrten du dich ungerührt treiben lässt.
Erzähl mir von den Träumen, die an deine Tür klopfen.
Die Illusionen, die Teufel, die dich von mir wegführen,
Zu welcher anderen Welt, einer Schweinwelt ohne Angst?
Ohne Zeit zu verlieren, ohne dass auch nur eine Sekunde vergeht.
Woran denkst du, wenn der Abend kommt?
Welche Hoffnungen werden von deinen vier Wänden eingesperrt?
Was soll ich lesen in deinem idiotischen Grinsen?
Andere Sehnsüchte, ohne Sprache und Wörter?
Zeig mir deinen anderen Weg,
Zeig mir deinen anderen Weg,
Zeig mir deinen anderen Weg,
Beschreib mir deinen anderen Weg.

Erklär mir dein Zeichensystem, beschreib mir deine Sprache,
Die Horizonte hinter den Gitterstäben deines Käfigs.
Siehst du das Weiße, den blauen Himmel, das Rosa?
Was siehst du, wenn du deine Lider schließt?
Und dann ich, der dir von seinem Leben erzählt,
Was ich erlebe, was mich langweilt, was mich glücklich macht
Meine Ziellosigkeit, dass ich keine Freunde habe.
In deine leeren Augen, deine verstörende Abwesenheit.
Zeig mir deinen anderen Weg,
Zeig mir deinen anderen Weg,
Zeig mir deinen anderen Weg,
Beschreib mir deinen anderen Weg.

So lange ich mich erinnern kann:
Bruchstücke aus der Kindheit, kurze Szenen,
Deine Stimme, dein Gesicht, deine Hand in meiner,
Und wir beide auf dem gleichen Weg,
Und wir beide auf dem gleichen Weg.

Hier ein qualitativ schlechter youtube-Clip, eine bessere Version gibt es hier. Nehme gerne Tipps an, wie ich den Clip mit Bild in wordpress einbetten kann…

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Über derclownfisch

https://clownfisch.wordpress.com/
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