Die 10 besten internationalen Serien der letzten 20 Jahre

Vorab: Das Fehlen der einen oder anderen Serie hat folgende Gründe:
a) Für „How I met your mother“, „Big Bang Theory“, „Two and a half men“ etc. gehöre ich offenbar nicht mehr der richtigen Generation an.
b) Das ganze CSI-Zeugs ist mir zu inflationär.
c) Von „Dexter“ kenne ich nur die erste Staffel und das reichte mir nicht (im Gegensatz zu Platz 10 und 3)
d) „Ich habe es bislang immer verpasst, mal „Breaking Bad“ zu erwischen. Ist aber offenbar ein Kandidat für mich.
Und nun die Liste (deutsche Serien gehen demnächst mal extra):

10. Californication
Ein bisschen unanständig, seehr witzig, immer was für’s Auge dabei, und das, obwohl ich hier auch nur die erste Staffel kenne. Die neumodische Art und Weise, eine Staffel bulimieartig an zwei oder drei Abenden komplett auszustrahlen, ist nicht so meins, da hab ich weitere Staffeln bislang immer verpasst.

9. Monk
Zwei Faktoren, die die Serie so gut gemacht haben: Erstens, Tony Shalhoub. Der Hauptdarsteller ist mit seiner Fähigkeit, diesen verhaltensgestörten Monk so zu verkörpern, dass man trotzdem gern mit ihm befreundet wäre, ganz entscheidend für den Erfolg der Serie. Zweitens: Monks Nebenfiguren. So sehr das Ganze auf die Hauptfigur zugeschnitten ist, am Ende funktionieren Stottlemeier, Randy Disher, Sharona und Natalie so gut, dass man auch wegen ihnen einschaltet. Dass man als Zuschauer sogar mit dem Wechsel von Sharona zu Natalie leben konnte, beweist auch, wie gut hier gearbeitet wurde.

8. Sex and the city
Sex and the City hat Ende der 90er Jahre Grenzen im Fernsehen verschoben. Der verbale Umgang mit Sex und anderen intimen Themen war, so explizit wie hier, vorher noch nicht da gewesen. Und das galt auch für die visuelle Umsetzung der Themen. Auch wenn Carrie mehr als einmal genervt hat, ich glaube, Männer verfingen mehr bei Kristin Davis alias Charlotte, man war doch Woche für Woche gespannt, welches Thema als nächstes genüsslich auseinander genommen wurde.

7. Lost
Neben den Top 4 gehört auch „Lost“ zu den Serien, deren erste Folge für mich „mindblowing“ war. Atemberaubend eben. „Wow“, dachte man sich, „jetzt beginnt gerade ein neues Fernsehzeitalter.“ Die Pilotfolge mit dem Flugzeugabsturz war die bis dato teuerste in der Geschichte der TV-Produktionen, was einem Vorstandsmitglied des produzierenden Networks den Job kostete. Highlight der Serie sind die immer wieder neuen, komplexen und spannenden Mystery-Verwicklungen der Serie; erst in der letzten Folge sollten alle Fragen beantwortet sein (waren sie das wirklich?). Und weil alles so komplex wurde, war dies auch das Manko der Serie.

6. Sherlock
Okay die BBC ist im Gerede wegen diesem Idioten von toten Top-of-the-Pops-Moderator. Aber was die Briten produzieren, macht sie nach wie vor zu Europas Nr. 1 im Fernsehsektor. Wer’s nicht glaubt und Sherlock noch nicht kennt: Kauft die DVDs. So erzählt man Krimis im 21. Jarhundert. Schnell, originell und mit zwei erlesenen Schauspielern: Cumberbatch und Freeman. Ich finde zudem die Verbindung, die von den alten Holmes-Fällen in das moderne London gezogen wird, Klasse. Es macht Spaß, die alten Doyle-Erzählungen in den bislang sechs 90-Minuten-Filmen wiederzufinden.

5. Dallas 2012
Mag sein, dass man das irgendwo schon probiert hat: Einen Bogen zu spannen von der alten zu einer neuen Serie, indem man die Figuren weiterleben und älter hat werden lassen. Ich kenne aber keine vergleichbare Serie, in der man das riskiert hätte. Die neuen Dallas-Folgen zeigen am guten althergebrachten Sendeplatz Dienstagabend, dass das mehr als gelungen ist. Und so feiert meine Generation ein Wiedersehen mit J.R., Bobby und Sue Ellen, freut sich an neuen Geschichten mit den alten Recken und freundet sich auch mit der next generation an, bei der mir nicht nur die Gespielinnen der Söhne zusagen, die den Vergleich mit ihren Müttern, Schwiegermüttern oder Affären der Väter nicht scheuen müssen. Zudem lässt Bobbys Neue die gute alte Pam schnell vergessen.

4. The walking dead
Keine andere Serie lässt mich nach jeder Folge so zwiegespalten zurück wie diese hier, die ja weltweit Riesenerfolge feiert. „The Walking dead“ ist unglaublich spannend, die postapokalyptische Atmosphäre ist absolut gelungen, aber das ständige blutige Gemetzel widerlich. Auch hier hat man Grenzen verschoben: Das Splattergenre ist im Fernsehen angekommen. Die Ausrede jener Fans, die sich über jede für das deutsche Fernsehen geschnittene Szene leidenschaftlich echauffieren, dass die brutalen Szenen ja nur die Zombiefiguren betreffen, sich also gar nicht gegen Menschen wie du und ich richten, ist fadenscheinig. Man schaue sich nur Folge 4 der dritten Staffel an, in der Ricks Kind zur Welt kommt.

3. Game of Thrones
Die 10 Folgen der ersten Staffel habe ich bislang gesehen, am Freitag, den 8. März, geht’s auf RTL2 weiter. Mit „Game of Thrones“ ist zum ersten Mal ein Fantasy-Stoff angemessen für das Fernsehen umgesetzt. Bildgewaltig, mit opulenter Handlung, die man offenbar den Romanvorlagen von George R.R. Martin verdankt. Und mit einer kleinen Besonderheit: Die Fantasy-Elemente sind in der ersten Staffel noch rar gesät, zunächst kommt das Ganze mehr als große Mittelalter-Saga daher.

2. 24
Als ich im September 2003 die ersten zwei Folgen dieser „Echtzeit“-Serie sah, stand der Mund offen. Das war völlig neu, absolut fesselnd und das Warten auf die Fortsetzung kaum zu ertragen. „24“ setzt erstmals die Idee, dass alles in der gleichen Zeit passiert, in der man die Handlung auch sieht. Erzählzeit ist also gleich erzählter Zeit. Dass dabei zugunsten der Werbeblöcke ein bisschen gepfuscht wird und man sich nach acht Staffeln auch fragt, wann Jack Bauer eigentlich mal auf’m Klo war, sehen wir hier mal nach. Das Niveau wurde leider nicht über die acht Staffeln gehalten, dabei war allerdings auch der inhaltliche Rahmen eine Falle: Variationsmöglichkeiten sind begrenzt, wenn Jack jedesmal binnen 24 Stunden die Welt retten soll…

1. Ally McBeal
Der Mix aus witzigen Dialogen, skurrilen Fällen einer Anwaltskanzlei, noch skurrileren Figuren in dieser Kanzlei, einer romantischen Lovestory, die allerdings nur für drei der fünf Staffeln reichte, viele Auftritte berühmter Stars und Soul-Pop als Dauerpräsenz: das war ein geniales Rezept. Die Staffeln 1-3 sollte man gesehen haben. Mehr zu Ally hab ich hier schon Mal geblogt.

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Über derclownfisch

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6 Antworten zu Die 10 besten internationalen Serien der letzten 20 Jahre

  1. BOWMORE Darkest schreibt:

    Dieses Fernsehen ist mir komplett unbekannt. Vielleicht bin ich zu jung, um jeden Tag Serien zu gucken.
    C.H.

    • derclownfisch schreibt:

      Hm ja. Kann jetzt nicht behaupten, wegen dieser 10 Serien in den letzten 20 Jahren tagtäglich vor dem Fernseher gesessen zu haben. Ist eh die Frage, wieviel davon im Zeitalter gekaufter Blurays und Internet-Downloads noch auf ’nem TV-Sender gesehen wird…

  2. giftigeblonde schreibt:

    Da sieht man wieder wie wenig ich fernsehe, ich kenne den Großteil der Serien gar nicht.
    Was ich aber gern geschaut habe war Navy CSI, leider kommen da seit geraumer Zeit auf allen Sendern noch noch Wiederholungen.

  3. Momatka schreibt:

    Eine interessante und inspirierende Liste. Und Ally Mc Beal auf Platz eins – das hat mich überrascht. Einiges kannte ich, 24 noch nicht, aber vielleicht probiere ich es mal. Zum Glück gibts ja heute fast alles auf DVD, da muss mensch sich nicht mehr mit Werbeunterbrechungen und Warten rumärgern. Wenn du Skuriles aber Freundliches magst, könntest du es auch mal mit den Gilmore Girls versuchen. Das ist zwar eine Familienserie, aber trotzdem sehr schön. Und ganz aktuell: Kennst du Scandals? Ich fand die Serie spannend und unterhaltsam. Viele Grüße, Momatka

    • derclownfisch schreibt:

      Hi, danke für deinen Kommentar!
      Ja, Gilmore girls hab ich gern im TV gesehen. (Obwohl man sich als Mann da immer wie so’n Zaungucker fühlte.) Scandals sagt mir nichts, worum geht’s da?

  4. Ich kenne nur Platz 1 …..wenigstens das.
    Aber zugegeben: mich findet man nur sporadisch vorm TV.
    Aber eine Serie habe ich regelmäßig gesehen: emmergency room….schön unrealistisch. Als die lief hatte ich noch ein Kleinkind und war ans Haus gefesselt :-)

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