„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ (Kästner)

Eine ereignisreiche Woche liegt hinter mir. Phasenweise anstrengend, aber dafür auch mit schönen Momenten. Montag gab’s erstmal ein abschließendes LK-Frühstück in einer französischen Bäckerei/Konditorei. Unser vorzeitiges Abitur, das einst gewährleisten sollte, dass man zum 1. April studieren kann (was de facto heute meist nicht möglich ist), beschert mir erhebliche Lücken im Stundenplan und somit auch die Zeit und Muße für derartige Veranstaltungen. In der gemütlichen Runde bedachten mich die Schüler mit einem Abschiedsgeschenk, das hier nochmal einen eigenen Blog-Eintrag Wert sein wird. Der Tag ging weiter mit einer turnusmäßigen Konferenz und Unterricht bei meinen 8ern. Gleichzeitig war dieser Montag Stichtag für die DELF-Anmeldung (DELF = externes französisches Sprachdiplom), auch die Prüfungsgebühren sollte man mir bis zum 11. überwiesen haben. Die Zeichen der Zeit: Für weit weniger als die Hälfte der final 48 Angemeldeten hatten Mami oder Papi mir das Geld bis dahin überwiesen. Fortan waren das Nachlaufen und Erinnern Hauptthema der Woche.

Dienstag abgespecktes Porgramm, aber zwei Konferenzen und eine Klassenarbeit (mit besagten 8ern), bei der ich wegen der ersten der Konferenzen nur zu Beginn Aufsicht führen konnte. Mittwoch Generalprobe „Sophie Scholl“, die tags drauf nochmal aufgeführt werden sollte. Am Donnerstag also, und dies nicht in unserer Schule; wir waren Gäste an einem Gymnasium ca. 30 km entfernt. Meine Theater-AG-Zeit war eigentlich 2010 zu Ende gegangen (ich habe damals zum letzten Stück noch geblogt), aber wie ein Junkie, der von der Droge nicht loskommt, hatte ich im letzten Jahr zwei Große aus der AG gefragt, ob sie denn nochmal Interesse hätten. Sie hatten. Im Herbst haben wir dann 2x „Sophie Scholl“ aufgeführt. Grundlage waren die Texte aus der Verfilmung mit Julia Jentsch, ergänzt wurde dies mit Toneinspielern aus dem Dritten Reich und Textvorträgen, z.B. Ausschnitten aus den Flugblättern der Weißen Rose. Letztlich war es die Aufführung mit dem höchsten Niveau unter denen, die ich an meiner Schule inszeniert habe. Die drei Akteure und die vier Textvortragenden stammten alle aus unserer 13, das macht eben nochmal was aus, Talent noch gar nicht miteingerechnet. Nach den Herbstaufführungen dann die Idee, noch ein auswärtiges Gastspiel zu geben, das nun unmittelbar vor Ende der Schulzeit stattfand. Diese Fünf hier haben nochmal eine sehr gelungene, intensive, oft bedrückende Aufführung hingelegt (Susanne, zweite von links, war Sophie; Markus, neben ihr, der sie verhörende Gestapo-Kommissar und auch in der letzten Szene vor Gericht der unsägliche Freisler).

SophieScholl

Das war der Donnerstag. Und mit ihm die unwiderruflich letzte Theateraufführung. Aber das ist auch noch so ein Thema für sich… Freitag war bereits unser letzter Schultag. Als private Schule erlauben wir uns dreiwöchige Osterferien, knappsen dafür etwas von den Sommerferien ab – ein Modell, das mir sehr zusagt (gerade jetzt :o) ). Gottesdienst, vorzeitiger Unterrichtsschluss. So sähe das eigentlich aus. Ich hatte dann aber noch eine Fachdienstbesprechung (eine der schwierigsten Konferenzen meiner gesamten Lehrer-Zeit) und am Nachmittag galt es dann, 48 Mal die Schülerdaten für die DELF-Prüfung in ein Internet-Formular des Französischen Instituts Mainz einzugeben. Klar, dass die das bei 1 900 Teilnehmern nicht selbst machen wollen, aber ich hatte dann irgendwann auch genug.

Samstag: Abiturfeier und Abiball. Die Feier mit vorangehendem Gottesdienst ist eigentlich zu lang, aber ich sehe nicht, wo da noch was zu kürzen wäre. Die Reden müssen sein, und sie waren auch knapper als früher. Für die 73 Abiturienten muss man sich beim Überreichen der Zeugnisse auch Zeit nehmen: Ein paar Worte für jeden müssen drin sein, außerdem wollen die auch nicht, dass ihr eingespielter Abi-Song zu kurz kommt. Die abendliche Veranstaltung hab ich erstmals auf dem Rhein erlebt, das setzte einen schönen, mal anderen Akzent. Spannend ist dann immer der Übergang von der offiziellen Feier mit Eltern und Lehrern zur Party-Nacht mit Freunden (und Fremden). Wie komplimentiert man die älteren Semester möglichst galant und doch unmissverständlich hinaus? Hier erzielt der Lautstärkeregler des engagierten DJs die größten Erfolge. Mein Highlight am Abend: Als einige Abiturientinnen mit ihren jüngeren Geschwistern ein Tänzchen aufs Parkett legten, gut geübte Tanzschulschritte in schicken Abiball-Outfits… :o)

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