Springsteen’s „The river“

Auf der Live-Box 1975-85 findet sich die für mich ultimative Version dieses Klassikers von Bruce Springsteen. Er spricht zunächst einige Minuten davon, wie er seine Heimatstadt beinahe verlassen musste, um nach Vietnam zu gehen. Am Ende, in die Stille hinein, setzt die Mundharmonika mit den ersten Tönen von „The river“ ein. In dem Clip hier bei Minute 5:31. Das ist ein Moment, der mir durch den ganzen Körper geht.

Bei wikipedia findet man Infos, dass der Text einen sehr realen Hintergrund hat: „In fact, the newly released biography „Bruce“ by Peter Ames Carlin includes an interview with Bruce’s sister Ginny in which she plainly states that the song is a precise description of her early life with her husband Mickey, to whom she is still married today.“

Und auch die Interpretation des Songs, die man dort vornimmt, ist mir wie in die Haut geschrieben: „Throughout the song the river is viewed as a symbol for the dreams of the future. The narrator keeps his hopes alive even as they realistically begin to fail.“

Übersetzungsversuch:

Der Fluss

Ich komme unten aus dem Tal,
wo man dir, wenn du jung bist, Mann,
beibringt, das zu tun, was dein Daddy schon gemacht hat.
Mary und ich trafen uns in der High School,
als sie gerade 17 war.
Wir fuhren raus aus dem Tal, dahin,
wo die Felder noch grün waren.

Wir gingen runter zum Fluss
und in den Fluss tauchten wir ein.
Wir fuhren immer runter zum Fluss.

Dann wurde Mary schwanger.
‚Ich bin schwanger‘ war alles, was sie schrieb.
Und zu meinem 19. Geburtstag bekam ich meinen Gewerkschaftsausweis
und einen Anzug für die Hochzeit.
Wir gingen runter zum Gericht
und der Richter untersagte alles.
Kein Lachen am Hochzeitstag,
kein Schreiten durch den Mittelgang,
keine Blumen, kein Hochzeitskleid.

In dieser Nacht gingen wir runter zum Fluss
und in den Fluss tauchten wir ein.
Wir fuhren immer runter zum Fluss.

Ich bekam einen Job auf dem Bau bei der Johnston Company.
Aber inzwischen gibt es da nicht mehr viel Arbeit,
die noch jemand bezahlen würde.
Und all die Dinge, die mal so wichtig waren, Mann,
sie haben sich in Luft aufgelöst.
Und heute tu ich so, als könnte ich mich an nichts erinnern,
und Mary tut so, als wäre ihr alles egal.

Aber ich erinnere mich, wie wir im Auto meines Bruders
runter an den See gefahren sind, ihr Körper gebräunt und nass.
Und in der Nacht am Flussufer lag ich wach,
zog sie an mich heran, um jeden ihrer Atemzüge zu spüren.
Und jetzt kommen diese Erinnerungen zurück zu mir,
wie eine Heimsuchung, wie ein Fluch.
Ist ein Traum eine Lüge, wenn er nicht wahr wird?
Oder etwas noch schlimmeres?

Jedenfalls bringt mich das zurück an den Fluss.
Obwohl ich weiß, dass der Fluss ausgetrocknet ist.
Heute Nacht bringt mich all das zurück an den Fluss.
Unten an den Fluss,
mein Baby und ich,
wir fuhren immer an den Fluss.

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Über derclownfisch

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2 Antworten zu Springsteen’s „The river“

  1. rosalita schreibt:

    Der einzige Mensch in diesem wordpress-Universum, der zu Springsteen schreibt. Danke! Oder suche ich verkehrt und es wimmelt anderswo von Einträgen zu Bruce?
    Bin neu hier und suchte als Erstes nach dem Soundtrack meines Lebens…
    Da du in Rheinnähe lebst, könntest du 2007 das große Glück gehabt haben, diesen Song, über den du hier schreibst, live in der Köln-Arena erlebt zu haben. Oder vor 2 Jahren in Müngersdorf im Stadion.
    Viele Grüße aus München.

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