The walking dead: Das Gute daran und das Schlechte daran

„The walking dead“ ist eine der beiden zurzeit erfolgreichsten Serien weltweit. Je nachdem, wie man die Zuschauerzahlen schätzt und zählt, hat mal die Zombieapokalypse, mal das Fantasy-Epos „Game of thrones“ die Nase vorn. In „The walking dead“ wacht der schwerverletzte Polizist Rick Grimes in einem verlassenem Krankenhaus auf und findet sich in einer Welt wieder, in der es kaum noch Menschen, aber Unmengen Untote gibt. Die Situation ist der Ausgangspunkt der Serienhandlung, in der Rick und seine Gruppe immer wieder ums Überleben kämpfen.

Das Schlechte daran
Mittlerweile läuft die Serie seit 7 Jahren. Die Möglichkeiten, das Töten zu zeigen, Blut, Fleisch und Innereien von Opfern zu visualisieren, scheinen ausgereizt. Tatsächlich finden die Schöpfer der Serie aber auch in der 8. Staffel noch neue Varianten, das schlachten von Zombies – und gelegentlich auch Menschen – schonungslos zu zeigen. Dass hier auch eine Art Schaulust an brutaler Gewalt bedient wird, lässt sich kaum bestreiten. Und die Macher der Serie bedienen gern. Natürlich muss eine Geburt als Kaiserschnitt gezeigt werden. Natürlich muss anschließend der eigene Sohn die Mutter töten. Zunehmend werden die Gewaltdarstellungen aber auch in Zusammenhang mit menschlichen Eigenschaften gesetzt. Töten um des Tötens Willen reicht nicht mehr. Die erste Folge der 7. Staffel ist komplett der gewalttätigen Demütigung von Menschen gewidmet: Der Zuschauer wohnt der Erniedrigung von einem Dutzend Menschen und dem Totschlagen zweier von ihnen bei. In der Gesellschaft des 21. jahrhundert ist das nicht nur nicht mehr verboten (wie etwa vergleichbare Filme in den 70er und 80er Jahren), es ist auch extrem populär.

Das Gute daran
Offensichtlich wird die Serie aber auch mehr und mehr zum Kommentar auf unsere Gesellschaft. Das kompromisslose Überlebenwollen in der Serie korreliert mit dem wachsenden hemmungslosen Egoismus vieler Menschen heutzutage. Die Überlebenden in „The walking dead“ tragen die Frage aus, ob ungehemmte Gewalt gegen jede Bedrohung legitim ist, oder ob es auch darum geht, demokratische Strukturen in einer postapokalyptischen Welt zu erhalten. Und damit reflektieren sie die heutige Fragestellung, wie sehr jeder einzelne von uns in einer Welt, in der die eigenen Bedürfnisse, Macht und Geld zentrale Bedürfnisse sind, noch an moralischen Prinzipien und gesellschaftlichem Miteinander festhalten will. Dass Gewalt Menschen verrohen lässt, ist die Gefahr von „The walking dead“, es ist aber auch das Thema der Serie.

Advertisements

Über derclownfisch

https://clownfisch.wordpress.com/
Dieser Beitrag wurde unter Allgemeines abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s